Beim Thema ‚Immunsystem‘ denkt man sofort an Viren und Erkältungskrankheiten. Diese stellen besonders im Herbst und Winter eine Herausforderung für unser Immunsystem dar. Eine echte Grippe ist eine durchaus ernsthafte Erkrankung und stellt für geschwächte und ältere Menschen eine grosse Gefahr dar. Unser Immunsystem hat aber noch viele andere Aufgaben, die oftmals eher im Verborgenen stattfinden. Auf jeden Fall solang alles gut funktioniert.
Denn unser Immunsystem ist auch zuständig für den Abbau entarteter Zellen und die Reparatur von beschädigten Gewebsstrukturen. Das bedeutet, dass die Entstehung von Krebs, Demenzerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und die tägliche Entsorgung von Giften und Stoffwechselabfällen aus unseren Zellen und Organen von unserem Immunsystem abhängen. Entzündungen und die adäquate Entzündungsreaktion sind ein ganz spezielles Feld in der Behandlung von Störungen des Immunsystems.
Und immer wieder der gleiche Tenor: Eiweiss, gesunde Fette, Obst und Gemüse sind die Basis von gesunder Ernährung!
Vitamin D3 ist eigentlich ein Hormon und an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt – so auch dem Immunsystem. Es steuert dessen Aktivität, fördert die Erneuerung der Abwehrzellen und kontrolliert die Entwicklung neuer Zellen. Ein Mangel führt zu einer steigenden Infektanfälligkeit, Osteoporose und Antriebslosigkeit bis hin zur Depression. Auch werden Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Mangel und Krebserkrankungen, wie Brust- und Darmkrebs, untersucht. Normalerweise synthetisiert der Körper Vitamin-D durch Sonneneinstrahlung. Dafür sind wir aber leider viel zu wenig mit freier Haut in der Sonne unterwegs (es sei denn Sie sind Gärtner oder Bademeister) und der deutsche Winter ist einfach zu lang. Daher ist eine Supplementierung über Vitamin-D3-Tabletten mehr als nützlich.
Sport ist eine Belastung für das Immunsystem, die als Reiz verarbeitet wird. Das bedeutet, dass die Anstrengung im Sport den Körper dazu antreibt, sich zu verstärken. Diesen Vorgang nennt man Superkompensation. So kommt es zwar direkt nach dem Training zu einer kurzen Schwächung des Immunsystems, aber insgesamt wird es über einen längeren Zeitraum immer stärker. Sport und Bewegung durchblutet alle Körperbereiche und so gelangen viele Nährstoffen zu den Zellen. Abfälle werden optimal abtransportiert. Zudem werden in den Muskeln Myokine gebildet, die das Immunsystem stimulieren, Entzündungen reduzieren und den Stoffwechsel ankurbeln. Neben dem Sport können auch andere Reize zu einer hilfreichen Superkompensation führen. Dazu gehören zum Beispiel Kältereize, wie Wechselbäder oder morgentliches kaltes Abduschen. Aber auch Saunabesuche und einfache Spaziergänge bei Wind und Wetter.
Im Schlaf regeneriert sich der Körper. Das heißt, es finden auf körperlicher Ebene Reinigungsprozesse, Zellerneuerungen und Muskelaufbau statt. Das Immunsystem ist nachts extrem aktiv und "räumt auf". So lässt sich mancher Infekt einfach mal "weggeschlafen". Daher ist ausreichend Schlaf für unser Immunsystem sehr wichtig. Auch die Bettgehzeit, ein regelmässiger Schlafrhythmus und die Schlafqualität spielen eine grosse Rolle. Das alles wird unter dem Punkt "Schlafhygiene" zusammengefasst. Dabei sind Störungen durch Licht (fehlende Gardinen oder elektronische Geräte) und Lärm (Schnarchen des Partners oder Verkehrslärm) möglichst zu vermeiden. Auch Alkohol- und Koffeinkonsum haben einen negativen Einfluss auf den Schlaf. Positive Veränderungen für einen besseren Schlaf helfen dem Körper direkt bei der Stärkung seines Abwehrsystems.
Übergewicht ist eine starke Belastung für den Körper. Besonders viszerales Fettgewebe (rund um die Körpermitte) produziert entzündungsfördernde Substanzen, die das Immunsystem fordern und den Körper unter Stress setzen. Die Belastung der Gelenke und des Skelettsystems durch das hohe Gewicht ist groß und kann zu chronischen Schmerzen und Entzündungen führen. Die Organe sind oftmals parallel durch die schlechte Ernährung belastet, die die Ursache für das Übergewicht darstellt. Sport ist bei Übergewicht natürlich sehr wichtig, aber oft kaum mehr möglich, da die Beschwerden das Bewegung- und Leistungsvermögen limitiert. Leider ein Teufelskreis.
Sorgen und Ängste schwächen den Körper. Zusammenhänge zwischen Stressbelastungen und körperlichen Krankheiten werden in zahlreichen Studien untersucht. Immerhin sind psychische Erkrankungen durch Stress, nach Muskel- und Skeletterkrankungen, der häufigste Grund für Krankschreibungen und Arbeitsausfälle. Unser Immunsystem ist auch direkt durch Stress betroffen. So kann eine kurze und intensive Stressbelastung unser Abwehrsystem sogar aktivieren und dessen Effizienz verbessern. Allerdings sorgt eine lange und chronische Stressbelastung für das absolute Gegenteil. In diesen Phasen sind wir anfälliger für verschiedenste Erkrankungen, deutlich geschwächt, wenig belastbar und nicht motivierbar für gesunde Verhaltensmuster wie gesunde Ernährung und Sport.
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